Biographie

Ab dem sechsten Lebensjahr erhielt Elke Mascha Blankenburg Klavierunterricht bei ihrer Mutter Anneliese Feldmeyer. Violine kam hinzu, und Ballett war ihre größte Leidenschaft. Als Chorsängerin in verschiedenen Chören und Geigerin im Heidelberger Universitätsorchester sammelte sie erste Erfahrungen im Miteinandermusizieren.

Von 1963 bis 1971 studierte sie Kirchenmusik, Chor - und Orchesterleitung an den Musikhochschulen in Heidelberg, Schlüchtern und Köln, sowie bei Hans Swarowsky in Wien. Während ihres Studiums komponierte sie Bühnenmusiken für das Heidelberger Zimmertheater, war Sängerin in einer Band und schrieb Musikkritiken für Presse und Rundfunk. Bei Internationalen Meisterkursen für Dirigenten wurde sie stets für das Dirigat des öffentlichen Abschlußkonzertes ausgewählt.

1970 kam sie nach Köln und war 20 Jahre lang Kirchenmusikerin an der Christuskirche Köln-Dellbrück. Hier gründete sie den Chor KÖLNER KURRENDE, den sie innerhalb weniger Jahre auf eine hohe Leistungsstufe brachte, und mit dem sie Preisträgerin nationaler und internationaler Chorwettbewerbe wurde. Sie dirigierte neben den Juwelen der A-Capella-Literatur die großen Oratorien von Bach, Boulanger, Händel, Haydn, Mozart, Brahms, Dvorak, Verdi, Orff u.a. und gastierte in der BRD und im europäischen Ausland. Tourneen führten nach Frankreich, Italien, Holland, Schweiz, Österreich, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Polen und in die Tschechoslowakei. Seit der Einweihung der KÖLNER PHILHARMONIE 1986 mit Mahlers 8. Symphonie gastierte sie dort regelmäßig bis 1999.

1978 rief Blankenburg in Köln den "Internationalen Arbeitskreis Frau und Musik" (heute Sitz in Kassel) ins Leben mit dem Ziel, Werke von Komponistinnen aus Vergangenheit und Gegenwart zu sammeln (Aufbau des Notenarchivs des Internationalen Arbeitskreises Frau und Musik, heute in Frankfurt), zu erforschen und aufzuführen. Sie leitete diesen Arbeitskreis bis 1981.

1980 veranstaltete sie als künstlerische Leiterin das erste "Internationale Komponistinnen Festival" auf deutschem Boden in Bonn/ Köln, das Werke aus allen Zeitepochen zur Aufführung brachte und ein internationales Presseecho auslöste. Hier dirigierte Elke Mascha Blankenburg in Zusammenarbeit mit der Kölner Oper (Regie: Andrea von Ramm) die erste Oper, die von einer Frau komponiert wurde: "La liberazione di Ruggiero" von Francesca Caccini (1587-1640), die Hofkomponistin der Medici in Florenz gewesen war: eine Wiederaufführung nach 355 Jahren.

1981 gründete sie das LEONARDA ENSEMBLE KÖLN, ein Solistenensemble, mit dem sie vorwiegend Vokalwerke aus Renaissance und Barock von Komponistinnen zur Uraufführung brachte, Konzerte im In- und Ausland gab (u. a. Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie) und zu Festivals (u. a. Wratislavia Cantans in Polen) eingeladen wurde.

Ein musikalischer Höhepunkt war am 27. Mai 1984 die Uraufführung des "Oratorium nach Bildern der Bibel" von Fanny Mendelssohn (1805-1847).

1986 gründete sie das CLARA SCHUMANN ORCHESTER KÖLN (CSO), das einzige professionelle Frauensymphonieorchester der BRD (unter der Schirmherrschaft der Ministerin Anke Brunn für Wissenschaft und Forschung des Landes NRW), mit dem sie Werke von Komponistinnen der Klassik, Romantik und der Moderne aufführte. Funk- und Fernsehproduktionen dokumentierten diese Arbeit.

1987 begann die künstlerische Zusammenarbeit mit der Stadt Unna. Sie veranstaltete das "1. Internationales Komponistinnen-Festival der Stadt Unna" und gründete den "Fanny-Mendelssohn-Wettbewerb", der seitdem alle zwei Jahre für Komponistinnen ausgeschrieben wird.

1988 berief sie der Landesmusikrat Niedersachsen als Dirigentin des Landesjugendchores. Konzerttourneen mit Faurés Requiem und Lili Boulangers "Vieille Prière Bouddhique" durch die Schweiz und die BRD.

1989 wurde Elke Mascha Blankenburg zur Stadtmusikerin der Stadt Unna ernannt. In diesem Jahr gründete sie die "Internationale Komponistinnenbibliothek der Stadt Unna" und legte mit über 1000 Kompositionen den Grundstock für die Bibliothek, die heute der MHS Dortmund angeschlossen ist. Im selben Jahr leitete sie dort das "2. Internationale Komponistinnen-Festival".

1990 beendete sie das Angestelltenverhältnis als Kirchenmusikerin und arbeitete nun als freie Dirigentin (Chor und Orchester). Sie gastierte bei deutschen und ausländischen Symphonieorchestern.

1991 wurde sie durch den Minister für Bildung und Wissenschaft zur künstlerischen Leiterin des Forschungsprojektes "Musikerinnen in der BRD" (alte und neue Bundesländer) berufen und führte Symposien zum Thema "Die Situation von Orchestermusikerinnen und Dirigentinnen in der BRD" an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin und an der Hochschule für Musik in Köln durch.
Neben ihrer Tätigkeit als Dirigentin trat sie immer wieder mit großem Vergnügen als Interpretin der Chansons von Brecht, Hollaender und Tucholsky auf.

ORCHESTRA CLARA SCHUMANN ROMA 1995 gründete sie mit Gabriella Pallenberg das ORCHESTRA CLARA SCHUMANN ROMA, ein Schwesternorchester zum deutschen CSO Köln, das ebenfalls ausschließlich aus professionellen Musikerinnen besteht, und dessen Konzerte von italienischen TV-Sendern aufgezeichnet wurden.

1996 Gründung und künstlerische Leitung der Accademia Musicale Europea Francesca Caccini in Rom.

1999 wurde Elke Mascha Blankenburg für ihre künstlerische Leistung und musikwissenschaftliche Forschungsarbeit das Bundesverdienstkreuz am Bande durch den Bundespräsidenten Roman Herzog verliehen.
Durch plötzliche Erkrankung (Gehörsturz und Tinnitus) konnte sie ihren Beruf als Dirigentin nicht mehr ausüben und lebt nun abwechselnd in Italien und Deutschland. Seither arbeitet sie als Autorin, Referentin, Moderatorin und Musikjournalistin und baut das "Internationale Dirigentinnen-Archiv Berlin" (IDAB) auf.

2002 bis 2004 Gastprofessur für Chordirigieren an dem "Conservatorio di Musica" in Frosinone/Italien.

2003 erschien in der Europäischen Verlagsanstalt Hamburg (EVA) ihr Buch "Dirigentinnen im 20. Jahrhundert", in dem Blankenburg 80 Biographien von Dirigentinnen weltweit darstellt, und das als Standardwerk zu diesem Thema gelten kann.

Von 2005 bis 2006 war sie erneut künstlerische Leiterin der "Internationalen Komponistinnen-Bibliothek der Stadt Unna" und veranstaltete vom 9.-11. November 2006 ein Internationales Orgel- Festival.

Seit 2007 lebte und arbeitete Elke Mascha Blankenburg in Berlin. Unter der Leitung von Prof. Marianne Boettcher unterstützte sie die "Musikalisch-literarischen Soiréen" im Alten Rathaus zu Potsdam, war im Vorstand der Berliner GEDOK (Abteilung Musik) und rief das "Berliner Künstler-Forum" in der Trattoria Milano in Berlin-Charlottenburg ins Leben. Sie moderierte Konzerte und schrieb ihren ersten Roman "LIEBE in BERLIN" - Anleitung zum Glücklichwerden für eigensinnige Menschen über 60, der 2011 im Gmeiner-Verlag veröffentlicht wurde.

Elke Mascha Blankenburg verstarb am 09. März 2013 in Köln.

Internationale Meisterkurse

1972 "Académie d'été" in Nizza
Internationaler Meisterkurs für Dirigenten (Pierre Derveaux, Fernand Quattrocchi)
1973 "Carinthischer Sommer" in Ossiach
Meisterkurs für Dirigenten (Prof. Hans Swarowsky)
1973 - 1975 Meisterschülerin von Prof. Hans Swarowsky in Wien
1975 "Académie de Musique Sion"
Meisterkurs für Dirigenten (Prof. Pierre Colombo)
1979 "Sommerakademie Johann Sebastian Bach" Stuttgart
Dirigentenseminar bei Prof. Helmut Rilling